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{{Infobox Gemeinde in Deutschland
|Art = Stadt
|Wappen = Wappen Marburg.svg
|Breitengrad = 50/48/27/N
|Längengrad = 08/46/20/E
|Lageplan = Marburg Biedenkopf Marburg.png
|Bundesland = Hessen
|Regierungsbezirk = Gießen
|Landkreis = Marburg-Biedenkopf
|Höhe = 186
|PLZ = 35037, 35039, 35041, 35043
|Vorwahl = 06421, 06420, 06424
|Gemeindeschlüssel = 06534014
|Gliederung = 19 Stadtteile inklusive der Kernstadt (wiederum in 15 Bezirke unterteilt)
|Adresse = Markt 1
35037 Marburg
|Website = www.marburg.de
|Bürgermeister = Thomas Spies
|Bürgermeistertitel = Oberbürgermeister
|Partei = SPD
}}
 (klassisches Archivgut) mit bedeutenden Beständen zur Geschichte, Kultur und Landeskunde Ostmitteleuropas

  • ''Archiv des Hessischen Landesamts für Geschichtliche Landeskunde,'' beherbergt ein Flurnamenarchiv für das Gebiet der ehemals preußischen Provinz Hessen-Nassau
  • ''Behring-Archiv,'' beherbergt sowohl Materialien und Dokumente zur Person Emil von Behrings als auch zur Geschichte der Behringwerke
  • ''Corpus der minoischen und mykenischen Siegel,'' beherbergt Abdrücke und Fotos von minoischen und mykenischen Siegeln sowie Publikationen darüber
  • ''Deutscher Sprachatlas'' des Forschungsinstituts für deutsche Sprache, beherbergt handschriftliche und gedruckte Dokumente, Karten, Bild- und Tondokumente zur Geschichte der Dialekte und Regionalsprachen in Deutschland sowie ihrem Wandel im Laufe der Zeit. Ein dedizierter Neubau für den Sprachatlas und das zugehörige Forschungsinstitut entstanden auf dem ehemaligen Brauereigelände und wurden im April 2016 fertiggestellt.
  • ''Deutsches Adelsarchiv,'' Nachweis und Stammbaum aller deutschen Adelsfamilien
  • ''Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität Marburg,'' eine europaweit einzigartige Institution, ermittelt und katalogisiert Leichenpredigten, die zwischen 1550 und 1750 gedruckt wurden
  • Forschungsstelle Georg Büchner (FGB), Forschung und Erarbeitung von Publikationen zu Leben, Werk und Wirkung Georg Büchners
  • ''Handschriften- und Nachlassarchiv der Universitätsbibliothek,'' beherbergt Bände mit Marburger Vorlesungsnachschriften, Studentenstammbücher, Bände mit Universitätsstatuten und -verordnungen sowie mehr oder weniger umfangreiche Nachlässe und Teilnachlässe von Marburger Professoren wie z.?B. Friedrich Carl von Savignys und Paul Natorps
  • ''Kant-Forschungsarchiv der Philipps-Universität,'' beherbergt Original-Schriften des Philosophen Immanuel Kant, ist nicht museal zugänglich
  • ''Lichtbildarchiv älterer Originalurkunden,'' sammelt alle in Deutschland verwahrten Urkunden, die vor 1250 geschrieben wurden, und dokumentiert diese fotografisch
  • ''Religionen in Deutschland ? Archiv'' mit Dokumentationsstelle, beherbergt umfangreiche Bestände so genannter grauer Literatur von Religionsgemeinschaften in Deutschland und dokumentiert aktuelle Religionsgeschichte
  • ''Stadtarchiv,'' zentrale städtische Dienststelle für alle Fragen zur Marburger Stadtgeschichte, beherbergt Unterlagen zur Dokumentation des Marburger Stadtlebens seit dem Mittelalter
  • '' Zentralarchiv der Deutschen Volkserzählung'' im Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-Universität, beherbergt eine große Sammlung von Sagen und Märchen
  • ''Circus-, Varieté- und Artisten?archiv,'' beherbergt Programme, Kostüme, Requisiten und Fotos aus dem Zirkus-, Artisten- und Varietébereich

Sport und Freizeit

Sportvereine

Aushängeschilder in sportlicher Hinsicht sind die Basketball-Damen des BC Marburg, die seit 1992 einen festen Bestandteil in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga bilden und im Jahr 2003 Deutscher Meister und Pokalsieger wurden, sowie die Footballer der 1991 gegründeten Marburg Mercenaries, die ihre Spiele im 12.000 Zuschauer fassenden Georg-Gaßmann-Stadion austragen, 2005 den europäischen EFAF-Cup gewannen und 2006 Deutscher Vizemeister wurden. Seit 2014 in der Squash Bundesliga sind vertreten die Skwosch-Frösche Marburg. Auch Tischtennis-Bundesliga gibt es seit Sommer 2009 in Marburg nicht mehr, nachdem sich der TTV Gönnern, der einige seiner Liga-Heimspiele in Marburg austrug, aus der deutschen Eliteklasse zurückgezogen hat.

Im Tennis spielen die Damen- und Herrenmannschaften des TC Marburg in der Hessenliga.

Im Fußball sind der VfB Marburg (nach dem Abstieg aus der Hessenliga) und der Stadtteilverein FSV Schröck in der Verbandsliga vertreten. Die SSG Blista Marburg, Deutscher Meister von 2008, spielt für die Universitätsstadt in der Blindenfußball-Bundesliga.

Die Rhönradabteilung des TSV Marburg-Ockershausen ist mit über einem Dutzend nationalen Meistertiteln und neun Weltmeisterschaften eine der erfolgreichsten Rhönrad-Mannschaften Deutschlands. Mit Laura Stullich, Victoria Hennighausen und Friederike Schindler stellte der Verein drei Weltmeisterinnen.

Der Kurhessische Verein für Luftfahrt (KVfL) mit dem Flugplatz Marburg-Schönstadt ist einer der ältesten Luftsportvereine Deutschlands. Mit heute etwa 300 Mitgliedern und den vier Sparten Modellflug, Motorflug, Segelflug und Ballonfahren ist der Verein auch überregional aktiv. Zu seinen sportlich erfolgreichsten Mitgliedern zählt der zweifache Weltmeister im Segelflug Werner Meuser. In unmittelbarer Nähe des Flugplatzes befindet sich in Cölbe-Bernsdorf der 2003 erbaute 18-Loch-Golfplatz des Oberhessischen Golf-Clubs Marburg.

Einer der ältesten Vereine, die Kraftsport in Deutschland betreiben, ist die Sportvereinigung Athleten Club 1888 Marburg.

Auch bei den Freiwilligen Feuerwehren zeichnet sich Marburg immer wieder durch eine Stadtteilfeuerwehr (Marburg-Michelbach) aus, auf Kreis-, Bezirks- und Landesentscheiden repräsentiert diese Marburg erfolgreich.

Musik

Drei Kulturzentren sorgen für eine weite Bandbreite von Konzerten der Bereiche Rock, Pop, Hip Hop, A cappella, Tango, Ska, Punk, Reggae, Weltmusik. Vereine wie die Jazz-Initiative Jazz Initiative MarburgJIM sowie der Folkclub Marburg ergänzen das Angebot. Im Bereich der klassischen Musik gibt es einen aktiven Konzertverein, zwei junge Sinfonieorchester, nämlich das Studenten-Sinfonieorchester Marburg und die Junge Marburger Philharmonie, sowie viele Chöre im Stadtgebiet, darunter der Marburger Bachchor, der Marburger Konzertchor und der mit der Universität assoziierte Universitätschor Marburg.
Immer wieder gibt es Compilations mit verschiedenen Marburger Bands. Die bekanntesten Veröffentlichungen sind die CDs ''Wildwechsel'' und die CD ?MR-CD 06421?, die jeweils 20 Bands aus der Marburger Musikszene präsentieren. Die CD-Serie ?MR-CD 06421? erschien in mehreren Auflagen und wurde von der Oberhessischen Presse, dem Stadtmagazin ''Express'' und dem Kulturmanager George Lindt initiiert.

Diskotheken und Szenegastronomie

In Marburg gibt es einige seit Jahrzehnten bestehende Diskotheken. Zu den älteren gehört beispielsweise das ''Till Dawn'' (ehemals ''Kult'') im Süden der Stadt, zu den neueren etwa der Club ''Nachtsalon''. Neben drei kommerziellen Diskotheken gibt es zahlreiche After-Work-Partys sowie Veranstaltungen im Dunstkreis der studentischen Selbstverwaltung und Hochschulpolitik (Fachschaftspartys, Solidaritätspartys). Unter Studenten populär und stark besucht sind das ''KFZ'' und das ''Café Trauma''. Auch haben sich viele Szenebars und -lounges im gesamten Stadtbereich etabliert.

Regelmäßige Veranstaltungen

Frühjahr

Ende Februar bzw. Anfang März wird alljährlich vom Ultra Sport Club Marburg der Marburger Lahntallauf ausgetragen. Der 10?km Rundkurs der Strecke dieses Ultramarathons (weitere Distanzen 10?km, Halbmarathon, 30?km und Marathon) führt entlang der Lahn und durch das Cappeler Feld. Bereits mehrmals waren die deutschen Meisterschaften 50?km Straße in diese Veranstaltung integriert.

Mitte März findet in Marburg die Verleihung des ?Marburger Kamerapreises? im Rahmen der ''Marburger Kameragespräche'' statt. Außerdem wird vom Hessischen Landestheater Marburg eine Kinder- und Jugendtheaterwoche organisiert.

Am zweiten Aprilwochenende findet der ''Marburger Frühling'' in der ganzen Stadt statt. Dafür wird die Universitätsstadt mit Frühjahrsblumen dekoriert. Blumenmädchen verschenken tausende von Blumen an die Passanten und im Rahmen eines verkaufsoffenen Sonntags gibt es ein vielfältiges Programm. Ebenfalls am Sonntag finden der Flohmarkt und eine Fahrradbörse in Weidenhausen statt. Außerdem sind verschiedene Kleinkünstler mit Musik, Komik und Akrobatik vertreten.

Ab dem letzten Aprilwochenende findet auf dem Messeplatz für neun Tage die ''Frühjahrsmesse'' statt. Am Abend des letzten Apriltages beginnt um Mitternacht das traditionelle ''Maieinsingen''. Der nächste Tag (1. Mai) ist vormittags geprägt durch Demonstrationen und Kundgebungen der Gewerkschaften, am Nachmittag folgt ein Fest.

Anfang Mai findet jährlich das ''Hafenfest'' statt.

Am Fronleichnamstag wird vom Kulturzentrum KFZ das A-cappella-Festival ''Nacht der Stimmen'' auf der Freilichtbühne im Schlosspark veranstaltet. In der ersten Juniwoche organisiert das Kulturamt Marburg das Kinderfestival ''Ramba Zamba''.

Sommer

Von 1977 bis 2006 sowie 2008 und 2009 fand immer am letzten Freitag im Juni das ?Uni-Sommerfest? auf einem abgesperrten Innenstadtgelände in der Biegenstraße zwischen Hörsaalgebäude und Stadthalle mit fünf Bühnen statt. Nachdem es nun einige Jahre lang kein ?Uni-Sommerfest? gegeben hatte, fanden in den Jahren 2014 und 2015 wieder Sommerfeste statt, allerdings jeweils Ende Mai und am Landgrafenschloss.

Im Juli findet regelmäßig das ''Stadtfest 3?Tage Marburg'' ''(3TM)'' statt mit sechs Märkten, zehn Bühnen mit 60 Rock- und Pop-Bands sowie 12 Klassik-Ensembles und -Solisten, Freibieranstich, dem Drachenboot-Cup und einem Höhenfeuerwerk auf dem Schlossberg. Ebenfalls im Juli beginnt das Kurzfilmfestival ''OpenEyes''.

In den Monaten Juli und August bietet die ''Marburger Sommerakademie'' Kurse zu Kunst, Theater und Musik an. Der Verein KFZ organisiert Anfang August auch das Straßenfest ''Summer in the City,'' während das Kulturzentrum Waggonhalle zwischen Mitte August und Mitte September den ''Marburger Varieté-Sommer'' veranstaltet. Im September veranstalten die Weidenhäuser ihr traditionelles ''Höfefest''.

Herbst

Der Herbst wird jedes Jahr am zweiten Wochenende im Oktober mit dem ''Elisabethmarkt'' eingeläutet. Er ist die größte im Herbst stattfindende ?Open-Air? ? Veranstaltung in Marburgs Innenstadt. Neben einem Rahmenprogramm des Jahrmarktes ist der Sonntag verkaufsoffen. Parallel findet an dem Sonntag auch das Weidenhäuser Entenrennen statt.

Winter

Die Vorweihnachtszeit beginnt in Marburg ab dem Freitag vor dem ersten Advent mit ''Marburg b(u)y Night''.

''Marburg b(u)y Night'' ist ein Städte-Illuminationsprojekt, das seit 2006 in Marburg stattfindet und jährlich mehrere zehntausend Zuschauer anlockt. Am letzten Freitag im November werden über 30 öffentliche Gebäude, Plätze, Sehenswürdigkeiten und Objekte mit Licht- und Videoinstallationen in Szene gesetzt. Unter dem Motto ?Lichterglanz und Einkaufsvergnügen? findet zeitgleich ein verkaufsoffener Freitagabend mit zahlreichen beleuchteten Geschäften, Gaststätten, Hotels sowie Bank- und Privatgebäuden statt.

Am Abend von ''Marburg b(u)y Night'' öffnen auch der ''Adventsmarkt'' am Rathaus und der ''Weihnachtsmarkt'' rund um die Elisabethkirche. Die offizielle Eröffnung beider Märkte findet am darauf folgenden Samstag mit dem Weihnachtsoratorium in der Elisabethkirche und der Bläsermusik im Kerzenschein statt.

Ein besonderes Ereignis zu Beginn eines neuen Jahres war zwischen 1998 und 2007 die Aufführung des Films ''Feuerzangenbowle'' von 1944 am letzten Freitag im Januar auf einer Großleinwand auf dem Rathausplatz.

Das ''MaNo-Festival'' (?Marburg Northampton Poitiers Festival?) wird jährlich Anfang März vom ''Marburger MusikerInnen Verein'' organisiert. Drei Tage lang spielen über 60 Bands aus Marburg sowie den Partnerstädten Northampton, Poitiers und Maribor in 15 Marburger Clubs und Kneipen.

Ohne jahreszeitlichen Bezug

Bedingt unter anderem durch die geisteswissenschaftlichen Fachgebiete der Universität wie beispielsweise der Germanistik (?Neuere deutsche Literatur und Medien?), gibt es in Marburg auch im Literaturbereich viele Angebote. Neben mehreren literarischen Vereinen mit unterschiedlichen Schwerpunkten finden im ?Café Vetter? jeden Sonntag Veranstaltungen der Vortragsreihe ''Literatur um 11'' statt, regelmäßig findet im KFZ ein ''Poetry Slam'' statt, einmal monatlich des Weiteren das Late-Night-Lesen in der Jazzkneipe ?Cavete? sowie ?Punk und Poesie? in der Oberstadtkneipe ?Schlucke?.

Der Marburger Literaturpreis der Universitätsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf wurde zwischen 1980 und 2005 alle zwei Jahre vergeben. Im Jahre 2006 entschieden der Landrat des Kreises Marburg-Biedenkopf und der Oberbürgermeister der Stadt Marburg, den Preis einzustellen. Stattdessen wolle die Stadt Marburg zukünftig stärker als bisher Kinder- und Jugendliteratur fördern.

Sehenswürdigkeiten und Tourismus

Marburg und seine Umgebung bieten zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Stadtführungen (auch zu Sonderthemen wie Märchen, Romantikepoche etc.) sowie Märchenrundfahrten in die Umgebung zu den vom Maler Otto Ubbelohde illustrierten ?Schauplätzen? der Grimmschen Märchen und der Deutschen Märchenstraße lassen sich bei der Touristen-Information buchen. Von April bis Oktober gibt es jeden Samstag Kasematten-Führungen durch die unterirdischen Festungsanlagen des Schlosses. Der älteste Sakralbau Marburgs, die romanische Martinskirche, befindet sich im Ortsteil Michelbach.

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Marburg Marktplatz 2010.jpg|Marburger Marktplatz
Alte Universität (Marburg) 1.jpg|Alte Universität von Osten
Marburg Kilianskapelle 07.jpg|Die Kilianskapelle
Grüner Mühle, Marburg.jpg|Grüner Mühle vom Wehr aus
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Elisabethkirche

Die Elisabethkirche, vom Volksmund gewöhnlich ?E-Kirche? genannt, ist der früheste rein gotische Kirchenbau auf deutschem Boden und wahrscheinlich das bekannteste Gebäude Marburgs. Sie wurde vom Deutschen Orden, dessen Niederlassung, das Deutschhaus, sich in direkter Nachbarschaft zur Elisabethkirche befindet, errichtet. Der Bau der Elisabethkirche erfolgte durch den Deutschen Orden zu Ehren der heiligen Elisabeth von Thüringen, deren Grabmal sich in der Kirche befand. Der Bau wurde im Jahr ihrer Heiligsprechung (1235) begonnen und 1283 vollendet. Marburg wurde dadurch im Spätmittelalter zu einem bedeutenden Wallfahrtsort.

Die Kirche gilt als Meisterwerk der deutschen Frühgotik. Sie zählt zu den ersten rein gotischen Hallenkirchen im deutschen Kulturgebiet. Mit der Liebfrauenkirche in Trier ist sie die erste rein gotische Kirche im deutschen Sprachraum. Für den Kölner Dom gilt sie als Vorbild.

Landgrafenschloss

Das Landgrafenschloss erhebt sich weithin sichtbar westlich über der Stadt und dem in nord-südlicher Richtung verlaufenden Lahntal. Der Schlossberg hat eine Höhe von und bildet einen Ausläufer des Marburger Rückens ? eines Buntsandstein-Hochlandes. Durch die relativ steilen Talflanken bestand hier eine sehr gute fortifikatorische Ausgangslage für die Errichtung einer mittelalterlichen Burg, die in der Folgezeit und bis in die Gegenwart zahlreiche bauliche Veränderungen erfuhr.

Neben seiner historischen Bedeutung als erste Residenz der Landgrafschaft Hessen ist das Schloss von großem kunst- bzw. bauhistorischem Interesse. Dies betrifft neben den Bauteilen aus dem 11./12. Jahrhundert vor allem das Schloss aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, das noch heute den Gesamteindruck der Anlage wesentlich bestimmt. Die Schlosskapelle und der Saalbau mit dem Großen Saal beziehungsweise Fürstensaal, der zu den größten und qualitätvollsten profanen gotischen Sälen in Mitteleuropa gehört, sind herausragende Leistungen der europäischen Burgenarchitektur.

Heute wird das Schloss in Teilen vom ''Marburger Universitätsmuseum für Kulturgeschichte'' genutzt, das eine große Sammlung von Exponaten zur Geschichte der Region seit der Steinzeit beherbergt. Außerdem finden hier auch Theateraufführungen, Konzerte sowie weitere kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel mittelalterliche Märkte usw. statt. Sehr beliebt ist auch das zwischen Mai und September stattfindende Open-Air-Kino auf der Freiluftbühne im Schlosspark.

Gebäude der Kugelherren

In der Oberstadt zwischen der Barfüßer- und der Ritterstraße befinden sich in der Kugelgasse zwei Gebäude, die im 15. Jahrhundert im Auftrag des Ordens ?Brüder zum gemeinsamen Leben? erbaut wurden. Die so genannten Kugelherren, die wegen ihrer Kopfbedeckung, der Gugel, so genannt wurden, waren ab 1477 in Marburg ansässig. Möglich wurde der Bau der Gebäude durch eine Schenkung eines reichen Marburgers, des Patriziers Heinrich Imhof.

Das ''Kugelhaus'' ist ein im den Orden und die Schule, in der er selbst Schüler war, aufgelöst hatte. Die Universität wollte das Gebäude im Laufe des Jahres 2011 aufgeben; es sollte an die Kugelkirchen-Gemeinde verkauft werden, die darin ein Gemeindezentrum einrichten will.

Die ''Kugelkirche,'' die 1485 von Johannes Bonemilch von Laasphe geweiht wurde, ist das zweite Gebäude des Ordens. Sie wurde zwischen 1478 und 1520 erbaut. Die Kirche besitzt Spitzbogenfenster und einen Dachreiter. Das Netzgewölbe zieren spätgotische Rankenmalereien. Orgel, Kanzel und Hochaltar stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Weitere innerstädtische Bauwerke

In der Marburger Oberstadt ist eine große Zahl von Fachwerk-Bauten rund um das historische Rathaus durch ein langjähriges, planmäßiges Restaurierungskonzept erhalten geblieben. Das dreigeschossige Rathaus selbst wurde in den Jahren 1512 bis 1513 unter der Leitung des Wetzlarer Steinmetzes Klaus (der Nachname ist unbekannt) errichtet, der Innenausbau jedoch erst 1526 fertiggestellt. Die Reste einer mittelalterlichen Synagoge oberhalb des Marktplatzes neben dem Haus ''Markt 23'' sind unter einem Glaskubus von außen einsehbar. Die ehemalige Kilianskapelle (heute Kilian) wurde zwischen 1180 und 1200 als Marktkapelle im romanischen Stil erbaut. Nach der Reformation wurde die Kapelle nicht mehr als solche genutzt. Der nicht mehr vorhandene Ostturm wurde 1552 bis 1554 niedergerissen und zum Wiederaufbau der eingestürzten Weidenhäuser Brücke verwendet. Nachdem auch Giebel und Gewölbe abgebrochen worden waren, erhielt der Kilian 1580/81 dann mit einem Fachwerkobergeschoss weitestgehend sein heutiges Erscheinungsbild. Die erstmals 1248 urkundlich erwähnte Grüner Mühle ist eine ehemals als Ölmühle genutzte Wassermühle am Wehr unterhalb der Weidenhäuser Brücke.

In der Stadtteilgemeinde Hansenhaus steht seit 1904 eine Bismarcksäule. Dieser 15?m hohe Aussichtsturm wurde nach dem Entwurf von Wilhelm Kreis von Studenten und Bürgern Marburgs aus rotem Sandstein errichtet. Baubeginn war 1903, durch Änderungen an der Bauausführung wurde der Turm jedoch erst am 21.?Juni 1904 eingeweiht.
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Marburger Schloss 024.jpg|Schloss und Pfarrkirche St. Marien
Marburg Rathaus 03.jpg|Das historische Rathaus
Marburg-DeutschesHaus1-Asio.jpg|Das Deutschhaus von der Elisabethkirche gesehen
Marburg Uebergang zur Oberstadt.jpg|Blick von der Biegenstraße (vom Kunstgebäude der Uni) zur Oberstadt
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'''Brücken'''

Marburg hat durch seine exponierte Lage am engen Flusslauf der Lahn und die vergleichsweise steilen Hänge neben vielen Treppen und den Aufzügen eine Vielzahl an Brücken und Überführungen in seinem Stadtgebiet.

Das ?Michelchen?, St.-Michaels-Kapelle

Unweit der Elisabethkirche inmitten eines ehemaligen Totenhofes liegt die kleine mittelalterliche St.-Michaels-Kapelle, ?Michelchen? genannt. Brüder des Deutschen Hauses erbauten sie 1268 in dem Totenhof, wo die zum Grabe der heiligen Elisabeth gekommenen und in Marburg verstorbenen Pilger und die in ihrem Hospital verstorbenen Pfründner ihre letzte Ruhestätte fanden. In ihr versahen die Ordenspriester ebenso wie in der Elisabethkirche den Gottesdienst. Mehrere zum Besuch der Kapelle ausgestellte Ablassbriefe sind aus dem 13. Jahrhundert bekannt. In der Reformationszeit ging das Michelchen in den Besitz der Stadt über. Als notwendige Arbeiten und Aufsicht unterlassen wurden, verkam es zur Ruine. Nach 1583 wurden Renovierungsarbeiten am Dachstuhl vorgenommen, neue Türen und Fenster eingesetzt sowie eine Kanzel und eine Empore errichtet. Auch die Mauer um den Friedhof wurde erneuert. Heute wird der Totenhof nicht mehr benutzt. Die noch vorhandenen etwa 50 Grabsteine stammen sämtlich aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Sie geben einen Überblick über den Wandel der künstlerischen Auffassung von Figurengrabsteinen der Renaissance über den Inschriftgrabstein des Barock bis zum klassizistischen Grabdenkmal. Letzte Restaurierungsarbeiten im ?Michelchen? wurden 2009 beendet. Heute ist der Totenhof ein Park und Ruhepunkt im Nordviertel von Marburg.

?Spiegelslust?

Der Name ?Spiegelslust? geht auf Werner Freiherr von Spiegel zum Desenberg zurück, der im 19. Jahrhundert in Marburg studierte und diesen Platz, der früher ?Köhlers Ruhe? hieß, zu einem Ausflugsziel ausbaute. Der Ort ist seit der Zeit der Romantik ein beliebtes Ausflugsziel und wird bewirtschaftet. Zunächst wurde dort ein Pavillon errichtet, später folgte der Aufbau eines Gasthauses. Dieses blieb bis 1989 Eigentum der Stadt, wurde dann vom damaligen Pächter der Stadt abgekauft und wird bis heute durch diesen bewirtschaftet.

?Spiegelslust? liegt 200 Meter entfernt vom Kaiser-Wilhelm-Turm (nach Wilhelm I.). Der Turm, der auch als Spiegelslustturm bekannt ist, ist ein Aussichtsturm auf den Lahnbergen. 1872 hatte ein Verein Geld gesammelt, um den Turm als Erinnerung an die Reichsgründung und den Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) zu finanzieren. In der Nacht vom 12. auf den 13. März 1876 brachte ein Sturm den fast fertigen Turm zum Einsturz. 14?Jahre später wurde das 36 Meter hohe Bauwerk fertiggestellt; die feierliche Einweihung fand am 2. September 1890 statt.

Parks

Alter Botanischer Garten

Wenige hundert Meter südlich der Elisabethkirche liegt am Pilgrimstein der 3,6 Hektar große ''Alte Botanische Garten'' der Universität Marburg. 1811 gegründet, beruht bis heute die Einmaligkeit dieses Gartendenkmals auf der gelungenen Verknüpfung eines ?Wissenschaftsgartens? mit der ?englischen Gartenkunst?. Noch heute zeigt er wichtige Spuren seiner Geschichte. Diese betrifft sowohl die Geschichte der Gartenkunst als auch die Geschichte der Naturwissenschaften von den Zeiten der ?nur? beschreibenden ?Naturgeschichtler? nach Carl von Linné, dann der ?Pflanzengeographie? Alexander von Humboldts über die Zeit der evolutorischen Erklärungsversuche Charles Darwins oder Ernst Haeckels bis zur Labor-Botanik. Mit der Errichtung der neuen Zentralen Universitätsbibliothek auf dem angrenzenden Streifen zur Elisabethkirche hin und dem Umzug zahlreicher Institute der Universität in die nahegelegenen alten Klinikgebäude soll der Alte Botanische Garten zum Mittelpunkt des geisteswissenschaftlichen ?Campus Firmanei? werden.

Botanischer Garten

Der ''Botanische Garten Marburg'' liegt auf den Lahnbergen. Gegen Ende der 1960er Jahre wurden die naturwissenschaftlichen Fächer der Philipps-Universität Marburg dorthin verlegt, da in der Innenstadt kein Platz für umfangreiche Neubauten vorhanden war. In der räumlichen Nähe zum Botanischen und Zoologischen Institut des Fachbereichs Biologie wurde dort ein vom Landschaftsarchitekten Günther Grzimek geplanter neuer botanischer Garten angelegt und im Jahr 1977 eröffnet. Mit 20 ha ist er einer der größeren botanischen Gärten Deutschlands. Neben einer großen Baumsammlung (Arboretum) hat er eine systematische Abteilung, eine Abteilung mit Heil- und Nutzpflanzen, die Farnschlucht, den Frühlingswald, ein Alpinum und einen Heidegarten. In Schaugewächshäusern mit einer Grundfläche von 1700?m² sind zahlreiche Pflanzen der Tropen und Subtropen zu sehen, darunter die Riesenseerose ''Victoria amazonica''. Der Botanische Garten kämpft seit Jahren gegen die Unterfinanzierung und war mehrfach schließungsbedroht. Die Orchideensammlung musste aus Kostengründen bereits geschlossen werden, für die Rhododendronsammlung ist dasselbe Schicksal zu befürchten.

Schlosspark

Nach der Aufgabe des Landgrafenschlosses im 17. Jahrhundert wurde das südlich gelegene Gebiet des Schlossbereichs, das zuvor wahrscheinlich als militärisches Übungsgebiet genutzt worden war, zu Gartenland. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Stadt Marburg die Gartenflächen zu einer Parkanlage umzugestalten. Während des Zweiten Weltkriegs wurden hieraus jedoch Nutzgärten. Gegen Ende des Krieges wurde die Fläche erneut umgestaltet, es wurde ein Rosengarten angelegt. Im Jahre 1981 begann die Umgestaltung zum heutigen Schlosspark. Die letzte umfassende Neugestaltung fand 2009/10 statt. Die Anlage ist nun ein öffentlicher Erholungs- und Freizeitpark auf der Südseite des Landgrafenschlosses. In dem nach wie vor vorhandenen Rosengarten sind heute rund 7000 Rosen in 65 Varietäten zu finden. Unter anderem finden hier auch Veranstaltungen wie bei dem Stadtfest ''3-Tage-Marburg'' statt. Inmitten des Schlossparks liegt eine Freilichtbühne, die für diverse kulturelle Ereignisse genutzt wird.

Natur und Freizeit

Marburgs Kernstadtgebiet wird im Osten durch die bewaldeten Lahnberge begrenzt. Die Berge im Westen sind mit dem Schloss und der Altstadt bebaut und bewohnt; dahinter liegen der Stadtwald und der Wehrdaer Wald. Im Norden und im Süden werden die Ebenen im Lahntal vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Durch Marburg fließt die Lahn; im Stadtgebiet ist diese nicht schiffbar. Durch die Innenstadt führt ein Lahnnebenarm, der am Wehrdaer Wehr beginnt und in der Mitte der Uferstraße wieder in den Hauptlauf mündet.

Im Bereich des Südviertels teilt sich die Lahn ein zweites Mal und bildet hier eine kleine Insel (Auf der Weide). Im Stadtbereich wurden durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen in den letzten Jahren die Lahnwiesen teilweise in Lahnauen zurückverwandelt. In die Lahn münden zahlreiche kleinere Bäche; die bekanntesten sind der Ketzerbach und der Gefällebach. Über die Lahnberge zieht sich ein gut ausgebautes Netz von Wanderwegen, der überörtliche Lahnwanderweg bietet vom Marburger Rücken aus Panoramablicke in die Täler. Im Norden und Süden befinden sich in Lahnnähe Baggerseen, die überwiegend der Öffentlichkeit zum Schwimmen offenstehen.

Auf einer Strecke von sechs Kilometern verläuft entlang des der Welt eröffnet, der auch blinden Menschen einen Zugang ermöglicht.

Spezialitäten, kulinarische und andere

  • Der durchgeführt.
  • ?Elisabethbräu?, Bier einer kleinen Privatbrauerei
  • ?Elisabethkaffee? (Marburger Weltladen, fair gehandelt)
  • Keramiktassen mit Blindenschrift (Töpferei Schneider in der Oberstadt)

Stolpersteine

Von den weltweit über 69.000 verlegten Stolpersteinen befinden sich 77 Stolpersteine an 33 Örtlichkeiten Marburgs.

Wirtschaft und Infrastruktur

Universität Marburg

Größter Arbeitgeber der Stadt ist die Philipps-Universität, welche 1527 durch Landgraf Philipp den Großmütigen als erste evangelische Universität gegründet wurde. Durch den auf die Einwohnerzahl gerechnet hohen Anteil an Studenten und Mitarbeitern (25.700 Studierende, 4.530 Angestellte ohne Klinikum) entwickelte sich der Spruch: ?Andere Städte haben eine Universität ? Marburg ist eine?. Dies bringt zum Ausdruck, wie eng verknüpft die Geschichte von Universität und Stadt ist. Die Universität bietet ein überdurchschnittlich breit gefächertes Studienangebot mit vielen außergewöhnlichen Studiengängen. 2018 wurde die neue Universitätsbibliothek eröffnet.

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Marburg Alte Universität.jpg|Alte Universität
uni-audimax-ohne-leute-klein.jpg|Hörsaalgebäude mit Audimax
Marburg UB Neubau Eingang Alter Botanischer Garten von OSO.jpg|Neubau der Universitätsbibliothek Marburg
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Bildung

Neben der Philipps-Universität befinden sich in Marburg die Deutsche Blindenstudienanstalt, das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie und Forschungsabteilungen diverser Pharmafirmen, die aus den ehemaligen Behringwerken hervorgegangen sind. Die Stadt Marburg ist ?Korporativ Förderndes Mitglied? der Max-Planck-Gesellschaft.

Die Archivschule Marburg ist eine staatliche Ausbildungsstätte von Archivaren mit Status einer Fachhochschule. Die Technische Hochschule Mittelhessen kooperiert breit mit der Philipps-Universität.
Medizinern ist Marburg durch das Universitätsklinikum, das Marburg-Virus, die Gewerkschaft der angestellten Ärzte und besonders durch den Marburger Bund bekannt.

In Marburg gibt es diverse Schulen jeder Form, darunter mit der Elisabethschule, der Martin-Luther-Schule und dem Gymnasium Philippinum drei reine Gymnasien sowie den Zweig des beruflichen Gymnasiums an den Kaufmännischen Schulen und der Adolf-Reichwein-Schule. Hinzu kommen die integrierte Gesamtschule am Richtsberg, einige Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie berufliche Schulen. Die ''Schule am Schwanhof'' und die ''Mosaikschule Marburg'' sind zwei Förderschulen der Stadt Marburg. Mit der ''Otto-Ubbelohde-Schule'' verfügt Marburg über die einzige sechsjährige Grundschule Hessens. Bei der ''Geschwister-Scholl-Schule Marburg'' handelt es sich um eine ?Musikalische Grundschule mit Vorklasse und Betreuungsangebot?.

Stark ausgeprägt ist in Marburg die Schullandschaft in freier Trägerschaft. Abgesehen von der Blindenstudienanstalt, gibt es sieben solcher Schulen mit besonderem pädagogischem Profil, die sich nicht in Trägerschaft von Staat und Stadt befinden. Neben Förderschulen sind darunter eine Freie Waldorfschule, eine Montessori-Schule, die sechsjährige Grundschule mit Kindergarten (Freie Schule Marburg) und das Landschulheim Steinmühle, ein Gymnasium und Internat.

Zudem hat eines der wichtigsten Zentren für historische Ostmitteleuropa-Forschung, das Herder-Institut, seinen Sitz in Marburg. Unter den Landesbehörden sind das Hessische Staatsarchiv Marburg sowie das Hessische Landesamt für geschichtliche Landeskunde zu nennen.

Wirtschaft

Die drei größten Arbeitgeber der Stadt sind die Philipps-Universität Marburg, das privatisierte und zum Rhön-Klinikum gehörende Universitätsklinikum Gießen und Marburg und die teilweise zu den internationalen Konzernen CSL Behring, Siemens Healthcare Diagnostics, GSK Vaccines und Novartis Deutschland gehörenden ehemaligen Behringwerke (Pharma- und Medizintechnikbranche). Darauf folgt auf Platz vier die Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista).

Rund 81,7?Prozent der versicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer Marburgs arbeiteten 1998 im Dienstleistungsbereich, 18,1?Prozent im produzierenden Gewerbe. Die höchsten Beschäftigungsanteile in Marburg hatten die Bereiche Gesundheit (Universitätskliniken) und Wissenschaft (Universität, Blista) aufzuweisen. Insgesamt arbeiteten in diesen beiden Wirtschaftszweigen über 10.000 Menschen.

Die für eine Stadt dieser Größe recht beeindruckende Zahl von über 300 Restaurants, Gaststätten, Cafés und Kneipen macht die Ausrichtung der Gastronomie auf die Zielgruppe Studenten deutlich.

Ansässige Unternehmen

In Marburg sind viele Unternehmen ansässig, die in ihrem Tätigkeitsfeld durch Innovationen und Größe in Deutschland und teilweise darüber hinaus hohe Bedeutung haben: Ahrens Kaufhaus AG, CSL Behring GmbH, Deutsche Vermögensberatung AG, Eukerdruck GmbH & Co KG (Tochtergesellschaft von CCL Label), Fritz Herzog AG, GSK Vaccines, Hitzeroth Druck und Medien GmbH & Co KG, Inosoft AG, Sanitätshaus Kaphingst GmbH, Marburger Lederwaren Knetsch GmbH & Co KG, Monette Kabel- und Elektrowerk GmbH, Musik Meyer GmbH, Nano Repro AG, Novartis Deutschland GmbH, Pharmaserv, Sälzer GmbH, Seidel GmbH & Co KG, Siemens Healthcare Diagnostics Products GmbH, Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Stadtwerke Marburg, Temmler Pharma GmbH & Co KG, Vila Vita Rosenpark Hotel.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Marburg (Lahn) ist InterCity-Halt auf der Linie?26 Stralsund?Hamburg?Hannover?Frankfurt?Karlsruhe(?Konstanz) und lässt sich mit Zügen des Nahverkehrs über die Main-Weser-Bahn in der Relation Kassel?Frankfurt am Main erreichen. In Marburg beginnen die Nebenstrecken der Kurhessenbahn über Frankenberg nach Korbach (Burgwaldbahn) sowie die Obere Lahntalbahn über Biedenkopf und Bad Laasphe nach Erndtebrück. Durch den Mittelhessen-Express, der zwischen Treysa und Frankfurt eingesetzt wird, erhielt Marburg 2007 eine Anbindung ans Rhein-Main-Gebiet in dichterem Takt. Die Verkehrsanlagen, das Empfangsgebäude und das gesamte städtebauliche Umfeld des Hauptbahnhofs werden seit 2010 vollständig umgestaltet. 2015 wurde der fertig umgestaltete Marburger Bahnhof vom Verkehrsverband Allianz pro Schiene als ?Bahnhof des Jahres? ausgezeichnet.

Am ehemaligen Südbahnhof war die Marburger Kreisbahn nach Ebsdorfergrund an das Schienennetz angeschlossen. Nach der Stilllegung und der Demontage der Gleise wurde der Bahnhof zum einfachen Haltepunkt ''Marburg Süd''.

Von 1903 bis 1911 besaß Marburg zunächst eine von Pferden betriebene, ab 1911 eine elektrische Straßenbahn. Diese wurde 1951 durch Oberleitungsbusse ersetzt, die bis 1968 fuhren.

Bundesstraßen

Mit dem Auto ist Marburg über die Bundesstraßen 3, 62, 252 und 255 zu erreichen. Weite Teile des Stadtgebiets der Kernstadt Marburg sind seit dem 1.?April 2016 Umweltzone und nur für Fahrzeuge mit grüner Plakette frei befahrbar. Die B?3 verläuft quer durch das Stadtgebiet (Stadtautobahn B?3a), größtenteils parallel zur Bahnstrecke. Dadurch wird einerseits das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt verringert, andererseits wird die Lärmbelastung durch viele Anwohner kritisiert.

Das letzte zwischen der Kreuzung mit der B?62 bei Cölbe und dem Gießener Nordkreuz noch fehlende Ausbauteilstück zwischen Niederweimar und Roth wurde am 11. Mai 2011 in Betrieb genommen. Die Strecke ist nun durchgehend vierspurig befahrbar und dient als Verbindung zum Gießener Ring (A?485) und weiter ins Rhein-Main-Gebiet.
Die Arbeiten zum Lückenschluss begannen im Frühjahr 2007, die im gleichen Jahr begonnenen Brückenbauwerke der Unterführung der K?42 bei Wolfshausen und der Überführung der B?255 am Kieswerk von Niederweimar wurden bereits im Jahr 2008 fertiggestellt. Die Errichtung der neuen Lahnbrücke bei Argenstein war im Frühjahr des Jahres 2010 beendet.

Busverkehr

Der öffentliche Nahverkehr in Marburg wird von den Stadtwerken mit 19 Stadtbuslinien bedient. Tagsüber besteht ein dichter Takt innerhalb der Kernstadt und den näheren Stadtteilen; einige Linien fahren bis in den Abend und bedienen dann nur noch die Kernstadt mit den inneren Stadtteilen. Zusätzlich gibt es Anrufsammeltaxen in Form von Vans und Kleinbussen sowie eine Nachtbuslinie (N8Express), die am Wochenende bis 4 Uhr die Kernstadt bedient. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es eine Straßenbahn, die 1951 durch den Oberleitungsbus Marburg abgelöst wurde, bevor auch dieses System 1968 stillgelegt wurde. Heute verkehren Diesel- und seit Anfang 2005 auch Erdgasbusse, darunter spezielle, besonders kleine Busse, die die engen und steilen Straßen in der Oberstadt und am Ortenberg befahren können. Marburg und der Landkreis sind seit 1995 Mitglied im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 wurde eine komplette Neuordnung des Busnetzes vorgenommen, wobei man sich auf die Einführung von drei Hauptlinien bezog, welche vom Hauptbahnhof über die Innenstadt zum Südbahnhof im Fünf-Minuten-Takt verkehren. Die anderen Stadtbuslinien sollen sinnvoll an die Hauptachse anknüpfen und nicht zentral durch die Innenstadt verkehren. Es wurde eine erhebliche Entlastung der Marburger Innenstadt durch dieses Vorhaben erwartet.

Marburger Schlossbahn

Auf Initiative eines privaten Betreibers sollte seit Anfang Juli 2014 eine privat finanzierte Wegebahn zum Schloss fahren. Da sich die geplante Route kurzfristig als zu steil, um genehmigungsfähig zu sein, herausstellte, startete die Bahn erst Anfang August 2014 mit dem regulären Betrieb von drei Fahrten pro Tag zum Schloss. Seit 2015 fährt die Marburger Schlossbahn von März bis Oktober, Mittwoch bis Sonntag.

Seilbahn

Überlegungen, die Tallagen der Stadt entweder mit dem Schlossberg oder mit dem Universitäts-Neubaugebiet auf den Lahnbergen durch eine Seilbahn zu verbinden, datieren bereits aus den 1960er Jahren. Seit 2009 wird erneut diskutiert, ob die Innenstadt mittels einer Seilbahn mit dem Standort Lahnberge (Klinikum, Universitätsstandort und Neuer Botanischer Garten) verbunden werden und so der öffentliche Personennahverkehr verbessert werden kann.

Aufzüge

Neben Bad Schandau, Engen und Helgoland gehört Marburg zu den deutschen Gemeinden, in denen Aufzüge Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs sind. Besonders zu erwähnen sind der Oberstadtaufzug, der den Rudolphsplatz mit der Reitgasse verbindet, die Aufzüge des Parkhauses Oberstadt vom hinteren Pilgrimstein zur Wettergasse sowie der Aufzug am Ortenbergsteg zwischen Hauptbahnhof und Ortenbergplatz.

Medien

Einzige regionale Tageszeitung ist heute die ''Oberhessische Presse'' mit einer Auflage von über 30.000 Exemplaren. Daneben gab es bis zum 30. September 2010 die ''Marburger Neue Zeitung,'' eine Regionalausgabe der Zeitungsgruppe Lahn-Dill mit eigener Lokalredaktion in Marburg und einer Auflage von rund 2.500 Stück. Der kostenlose ''Marburger Express'' ist ein Stadtmagazin mit Veranstaltungskalender und erscheint wöchentlich im Marbuch-Verlag des ?Marbuchs? für Neubürger. Der Verlag der Oberhessischen Presse gibt mittwochs mit ''Marburg extra'' und samstags mit ''Mein Samstag'' (bis Juni 2011 ''win ? Die Wocheninfo'') zwei kostenlose Wochenblätter heraus. Aus Gießener Verlagshäusern kommen die Gratis-Wochenzeitungen ''Mittelhessische Anzeigen-Zeitung'' am Mittwoch, ''Marburger Freitagszeitung'' und ''Sonntag-Morgenmagazin''.

Weiterhin existieren freie Medien, unter anderem der freie Radiosender ''Radio Unerhört Marburg'' (RUM) und ''Kirche in Marburg'' (KIM), ein monatliches Programm der evangelischen und katholischen Gemeinden.

Auszeichnungen

Die Stadt Marburg sowie ihre Institutionen und Initiativen haben bisher schon viele verschiedene Preise, Auszeichnungen und Ehrentitel erhalten. Marburg war unter anderem schon Hauptstadt des Fairen Handels oder gewann den hessischen Tourismuspreis für den Grimm-Dich-Pfad.

Persönlichkeiten

Die bekannteste Persönlichkeit und Patronin der Stadt ist die heilige Elisabeth. Auf ihre Heiligsprechung gründet sich die Bedeutung der Stadt. Eine weitere wichtige Gestalt ist Philipp von Hessen, der für die Gründung der Universität verantwortlich ist. Seitdem haben in der lange Zeit recht kleinen Stadt, die noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts lediglich ungefähr 20.000 Einwohner hatte, viele große Persönlichkeiten gelebt, als Lehrende der Universität, wie etwa Martin Heidegger, Denis Papin, Alfred Wegener, Erwin Piscator und Wolfgang Abendroth, ein noch größerer Teil als Studenten. Zu nennen sind etwa die Brüder Grimm, Friedrich Carl von Savigny, Gustav Heinemann, Otto Hahn oder Ulrike Meinhof. Daneben gibt es auch eine Reihe von Persönlichkeiten des Zeitgeschehens, die aus Marburg stammen oder längere Zeit in Marburg gewirkt haben. Hierzu zählen etwa Martin Schneider oder Margot Käßmann.

Sonstiges

Im Juni 1958 übernahm die Stadt Marburg die Partnerschaft des Stückgutfrachters ''Marburg'' der Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft (HAPAG).

Siehe auch

Literatur

  • Christian Schönholz, Karl Braun (Hrsg.): ''Marburg. Streifzüge durch die jüngere Stadtgeschichte. Ein Lesebuch 1960?2010.'' Jonas Verlag, Marburg 2010, ISBN 978-3-89445-437-1.
  • Erhart Dettmering, Rudolf Grenz (Hrsg.): ''Marburger Geschichte. Rückblick auf die Stadtgeschichte in Einzelbeiträgen.'' Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 1982, ISBN 3-9800490-0-0.
  • Anke Stößer: ''Marburg im ausgehenden Mittelalter. Stadt und Schloss, Hauptort und Residenz'' (= ''Schriften des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde.'' 41). Selbstverlag des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde, Marburg 2011, ISBN 978-3-921254-80-6.
  • ''Marbuch.'' 7. Auflage. Marbuch, Marburg 2003, ISBN 3-9806487-1-0 (umfassend, mit Stadtplan).
  • Nils Folckers, Ambros Waibel (Hrsg.): ''Marburganderlahnbuch.'' Verbrecher-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-935843-33-X.
  • Wilmfried Brand: ''Wanderführer Marburg.'' 2. Auflage. Hitzeroth, Marburg 2005, ISBN 3-89616-195-4.
  • Hermann Bauer: ''Alt-Marburger Geschichten und Gestalten.'' Rathaus-Verlag, Marburg 1986, ISBN 3-923820-16-X.
  • Walter Bernsdorff, Jutta Buchner-Fuhs, Gabriele Clement: ''Marburg in den Nachkriegsjahren.'' Rathaus-Verlag, Marburg 1998, ISBN 3-923820-65-8.
  • Carsten Beckmann: ''Marburg und das Marburger Land in den 1950er Jahren. Historische Aufnahmen.'' Wartberg, Gudensberg 2002, ISBN 3-8313-1033-5.
  • Ursula Braasch-Schwersmann: ''Das Deutschordenshaus Marburg, Wirtschaft und Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft.'' Elwert, Marburg 1989, ISBN 3-7708-0907-6.
  • Winfried Wolf: ''Die autofreie Stadt. Der Autowahn am Beispiel der Stadt Marburg an der Lahn. Geschichte, Perspektive und Alternative.'' Neuer ISP-Verlag, Köln 1993, ISBN 3-929008-41-6.
  • Christiane David: ''Buntsandstein ? Bausandstein. Marburger Bausandstein unter der Lupe'' (= ''Marburger Geowissenschaften.'' Band 3). Marburger Geowissenschaftliche Vereinigung, Marburg 2006, ISBN 3-934546-02-1.
  • Erhart Dettmering: ''Kleine Marburger Stadtgeschichte.'' Pustet, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7917-2086-9.
  • Hans Günther Bickert, Norbert Nail: ''?Es stand ein Wirtshaus an der Lahn ?? Der alte Gasthof zum Schützenpfuhl in Marburg. Mit einem Beitrag über ?Himmelsbriefe?'' (= ''Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur.'' 90). Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 2008, ISBN 978-3-923820-90-0.
  • I. G. Marburg (Hrsg.): ''Marburg. Abbruch und Wandel. Städtebauliche Planungen in einer mittelalterlichen Stadt.'' Jonas Verlag, Marburg 2009, ISBN 978-3-89445-393-0.
  • Arbeitsgruppe des Kunstgeschichtlichen Instituts der Philipps-Universität in Zusammenarbeit mit der Stadtplanungsabteilung der Stadt Marburg (Hrsg.): ''Die Stadt Marburg.'' Jonas Verlag, Marburg 1976?1981, (2 Bände).
  • ''Historistischer Fachwerkbau in Marburg.'' In: ''Jahrbuch für Hausforschung.'' 32, 1981, S.?305?320.
  • Klaus Laaser (Fotograf): ''Marburg.'' Laaser, Marburg 2001, ISBN 3-9808062-0-0.
  • Angus Fowler, Dieter Woischke: ''Marburg 1849?1920.'' Laaser, Marburg 1989, ISBN 3-9800115-9-3.
  • Ellen Kemp, Katharina Krause, Ulrich Schütte (Hrsg.): ''Marburg. Architekturführer.'' Imhof, Petersberg 2002, ISBN 3-935590-67-9.
  • Catharina Graepler, Richard Stumm: ''Marburg für Kinder.'' Jonas, Marburg 2008, ISBN 978-3-89445-408-1.
  • Karl-Heinz Gimbel: ''Das Michelchen, St. Michaelskapelle in Marburg an der Lahn'' (= ''Kleine Reihe von Marburg.'' Band 1). 2. Auflage. Görich und Weiershäuser, Marburg 2010, ISBN 978-3-89703-748-9.
  • Rosa-Luxemburg-Club Marburg (Hrsg.): ''Marburg rauf und runter ? Stadtspaziergänge durch Geschichte und Gegenwart.'' BdWi-Verlag, Marburg 2013, ISBN 978-3-939864-15-8.
  • Marita Metz-Becker: ''Hommage an Marburg ? Poetische Impressionen durch drei Jahrhunderte.'' Jonas, Marburg 2014, ISBN 978-3-89445-493-7.
  • Georg Ulrich Großmann: ''Marburg an der Lahn. Führer durch die Stadt und ihre Geschichte.'' 7., neu bearb. Auflage. Trautvetter und Fischer, Marburg an der Lahn/Witzenhausen 1992, ISBN 3-87822-103-7.
  • Georg Ulrich Großmann: ''Marburg: Stadtführer.'' 3. Auflage. Imhof, Petersberg 2015, ISBN 978-3-86568-091-4.
  • Sebastian Chwala, Frank Deppe, Rainer Rilling, Jan Schalauske (Hrsg.): ''Die gekaufte Stadt? Der Fall Marburg: Auf dem Weg zur »Pohl-City«?'' VSA Verlag, Hamburg 2016, ISBN 978-3-89965-683-1.

Weblinks

Einzelnachweise

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